Die ATP World Tour

Die Association of Tennis Professionals, kurz ATP, ist der Organisator der jährlich stattfindenden ATP World Tour. Diese Tour ist im Herrenbereich die wichtigste Tennis-Serie und umfasst nahezu alle professionellen Turniere im Herrentennis. Dazu zählen auch die neun Master-Series Turniere. Ebenso Teil davon sind die elf Turniere der ATP World Tour 500 sowie alle weiteren Turniere der ATP World Tour 250.

John McEnroe spielt auf der ATP Champions Tour
Wikimedia, Edwin Martinez (CC BY 2.0)

Hinzu kommen noch die ATP Challenger Tour, quasi der Unterbau der vorher erwähnten Serien, und die ATP Champions Tour. Diese wurde im Jahr 1997 gegründet und gilt als Turnier-Serie für ehemalige Profi-Tennisspieler. Die Spiele auf der Champions Tour erfreuen sich großer Beliebtheit und so werden jährlich zwischen fünf und zehn Turniere gespielt. Einer der bekanntesten und erfolgreichsten Spieler auf der Tour der ehemaligen Profis, ist die langjährige Nummer eins der Welt, John McEnroe.

Was umfasst die ATP Tour genau?

Die ATP World Tour (zwischen 1990 und 2008 auch als ATP-Tour bezeichnet) startet in der Zeit rund um den Jahreswechsel und dauert dann bis Mitte November. Den Saisonabschluss bilden traditionell die ATP World Tour Finals. Die Finals zählen zu den wichtigsten Turniere im Herrentennis und werden seit 2009 in London ausgetragen. Seit dem das Finale in der Londoner O2 ausgetragen wird, konnten Novak Djokovic und Roger Federer je zweimal gewinnen. Die Premiere der ATP World Tour Finals im Jahr 2009 gewann der mittlerweile zurückgetretene Nikolay Davydenko.

Nicht zur ATP World Tour gehören die vier Grand Slam Turniere (Australian Open, French Open, Wimbledon, US Open). Neben den World Tour Finals sind diese die größten Events, werden aber nicht von der ATP, sondern von der ITF veranstaltet. Nichtsdestotrotz erhält man für gespielte Grand Slams ebenso Weltcuppunkte, die in die Wertung der ATP World Tour berücksichtigt werden. Ein Grand Slam im Tennis ist übrigens der Gewinn aller vier Turniere im Laufe eines Jahres – bislang gelang dies im Herreneinzel lediglich zwei Spielern: Don Budge und Rod Laver.

Mehr Daten zur ATP World Tour

In einem Jahr finden durchschnittlich 62 Turniere in der ATP World Tour statt. Die meisten davon werden auf Hartplatz gespielt, gefolgt von Sand- und Rasenplätzen. In den meisten Fällen finden die Turniere unter freiem Himmel statt, nur ein Drittel wird in Hallen ausgetragen.

Viele Rekorde auf der ATP World Tour hält Federer
Wikimedia, Peter Myers (CC BY 2.0)

Die ausbezahlten Preisgelder auf der ATP World Tour haben sich in den letzten Jahren massiv gesteigert. Zum Vergleich: 2014 lag der gesamte Preispool für alle ATP Turniere (also ohne die vier ITF Grand Slams) bei 64 Millionen Euro. Für die praktisch gleiche Anzahl an Turnieren wurden auf der ATP Tour 2018 gesamt 131 Millionen Euro an Preisgeld ausgeschüttet. Das entspricht einer Steigerung von mehr als 200% innerhalb von 4 Jahren. Diese Steigerung ist vor allem den finanzkräftigen Turnieren in Peking und im arabischen Raum zu verdanken, die die Preislatte mit jedem Jahr höher legen.

Einer der erfolgreichsten Spieler bei ATP Masters 1000 Turnieren ist zweifellos Roger Federer, der beim Turnier in Cincinnati 2014 als erster Spieler die magische Marke von 300 Siegen bei Master 1000 Turnieren durchbrechen konnte. 2012 gelang dem schweizer Maestro noch ein weiterer Meilenstein. Als erster Spieler überhaupt bei einer Masters 1000 Serie konnte Federer ein ganzes Turnier ohne Satz- und Aufschlagverlust gewinnen. Den prestigeträchtigen Golden Masters Titel – also jedes ATP  Masters Turnier einmal gewonnen zu haben – hält aber ein anderer inne. Dieses Meisterstück gelang Novak Djokovic durch seinen Sieg in Cincinnati 2018. Generell sind die Masters Turniere der letzten Jahre vor allem eine Angelegenheit für die „Big Three“ Federer, Djokovic und Rafael Nadal.

Die Geschichte der ATP

Die Association of Tennis Professionals (ATP), also die Vereinigung aller professioneller Tennisspieler, wurde im Jahr 1972 von Jack Kramer, Donald Dell und Cliff Drysdale gegründet, um den Sport besser vermarkten und professioneller gestalten zu können. Drysdale wurde in weiterer Folge zum ersten Präsidenten gewählt. Bis zum Jahr 1988 waren die Turnierdirektoren die bestimmenden Figuren im Herrentennis. Das führte letztlich zum Boykott der Spieler und der Gründung der ATP Tour im Jahr 1990. 1991 schloss die ATP den ersten Vertrag mit einem Fernsehsender ab, der der ATP erste Einkünfte brachte und die Übertragung von 19 Turnieren im Jahr garantierte. Nach stetig wachsendem Zuspruch erfolgte 2009 eine Umstrukturierung und die Umbenennung in ATP World Tour.

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