Wimbledon: Rasenturnier in London

Wimbledon App Icon für Android und iOSFragt man auf der Straße irgendwen danach, er solle doch bitte den Namen eines großen Tennis-Turniers nennen, so heißt die Antwort fast immer „Wimbledon“. Das dritte Grand Slam-Turnier des Jahres und das einzige, das auf Rasen ausgetragen wird, übertrifft an Popularität und Bekanntheit jedes andere. Es findet traditionell rund ein Monat nach den French Open statt. Wimbledon ist die inoffizielle Weltmeisterschaft. Wer hier siegt, erntet Ruhm, Achtung und Respekt. Es sind Gefühle, die bleiben.

Über die Geschichte von Wimbledon

Center Court in Wimbledon
Wikimedia, Michael Frey (CC BY-SA 3.0)

Wimbledon war ursprünglich nur der Name des Standorts, wo das Turnier ausgetragen wird. Die offizielle Bezeichnung lautete und lautet „All England Championchips“. Da diese jedoch von kaum jemanden benutzt wird, darf man inzwischen auch ganz offiziell von den „Wimbledon Championchips“ sprechen. Ursprünglich war auch noch „Lawn“ für Rasen enthalten, außerdem wählte man den Singulär. Zu Beginn des Turnieres im Jahre 1877 durften schließlich nur Männer spielen. Seit aber seit 1884 auch Frauen zugelassen wurden, hat man sich für den Plural entschieden. Der Rasen fiel im Laufe der Zeit weg. Zu klar ist dieser mit Wimbledon verbunden: Jeder Tennisfan weiß, wo der sprichwörtliche „heilige Rasen“ liegt.

Die Wurzeln des Traditionsvereins in Wimbledon

Wimbledon wurde erstmals vom ansässigen Tennis-Club ausgetragen und war eigentlich aus der Not geboren. Man benötigte eine neue Rasenwalze für die eigenen Plätze. Zehn Pfund sollte das Gerät kosten – viel Geld im Jahr 1877. Also verfiel man auf die Idee, ein Turnier auszurichten, von den Zuschauern Eintritt zu kassieren und die Walze so zu finanzieren. Die Rechnung ging sehr viel besser auf als man erahnen konnte.

Rekordsieger mit je sieben Triumphen sind Roger Federer, Pete Sampras und William Renshaw. Die Williams-Schwestern haben Wimbledon zusammen elf Mal gewonnen – fünf Mal triumphierte Venus, sechs Mal Serena. Novak Djokovic hält aktuell bei drei Turniersiegen.

Wimbledon Sieger seit 2000

Jahr Damen Finalistin Herren
Finalist
2000 V. Williams  L. Davenport P. Sampras P. Rafter
2001 V. Williams J. Henin G. Ivanisevic P. Rafter
2002 S. Williams V. Williams R. Federer D. Nalbandian
2003 S. Williams V. Williams R. Federer M. Philippoussis
2004 M. Sharapova S. Williams R. Federer A. Roddick
2005 V. Williams L. Davenport R. Federer A. Roddick
2006 A. Mauresmo J. Henin R. Federer R. Nadal
2007 V. Williams M. Bartoli R. Federer R. Nadal
2008 V. Williams S. Williams R. Nadal R. Federer
2009 S. Williams V. Williams R. Federer A. Roddick
2010 S. Williams W. Swonarjowa R. Nadal T. Berdych
2011 P. Kvitova M. Sharapova N. Djokovic R. Nadal
2012 S. Williams A. Radwanska R. Federer A. Murray
2013 M. Bartoli S. Lisicki A. Murray N. Djokovic
2014 P. Kvitova E. Bouchard N. Djokovic R. Federer
2015 S. Williams G. Muguruza N. Djokovic R. Federer
2016 S. Williams A. Kerber A. Murray M. Raonic

Wimbledon und die Traditionen

Wimbledon ist nicht einfach nur ein Tennis-Turnier, sondern ein Event, bei dem die Tradition großgeschrieben wird. So essen die Zuschauer beispielsweise mit Vorliebe Erdbeeren mit Sahne und sind angehalten, Regenpausen mit viel Gleichmut zu ertragen.

Der erste Sonntag des Turniers ist zudem spielfrei. Das erste Spiel der Veranstaltung findet stets auf dem Center Court statt und ist ein Herren-Einzel. Wenn der Titelverteidiger antritt, gehört ihm diese so prestigeträchtige Partie. Die Siegerehrung wird traditionell von einem Mitglied der königlichen Familie, die seit 1922 eine Loge in Wimbledon besitzt, vorgenommen. Die Queen persönlich hat diese Aufgabe bereits drei Mal mit viel Freude erfüllt, fühlt sich inzwischen jedoch zu alt. Trotzdem gilt Wimbledon wegen der engen Verbindung zu den Royals auch als das „königliche Turnier“ unter den vier Grand Slams.

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