Auftakt zum „Davis Cup neu“

Bevor zum Saisonausklang von 18. bis 24. November erstmals die Endrunde des neuen Davis Cup-Formats ausgetragen wird, treten 24 Nationen in der Qualifikationsrunde um zwölf Startplätze an. Die vier Halbfinalisten des Vorjahres – Kroatien, Frankreich, Spanien und die USA – sind ebenso fix für das Finalturnier qualifiziert wie Argentinien und Großbritannien, die jeweils eine Wild Card erhalten haben. Für Österreich, Deutschland und die Schweiz geht es am ersten Februarwochenende darum, das Ticket für die Premiere im November zu lösen, ehe der ATP Kalender 2019 sein Programm in Montpellier, Quito und Sofia fortsetzt.

Schwere ÖTV-Aufgabe gegen Chile

Die österreichische Mannschaft geht in Salzburg gegen Chile als Außenseiter ins Rennen. Topstar Dominic Thiem musste seinen Einsatz aufgrund einer rätselhaften Erkrankung im Rahmen der Australian Open kurzfristig absagen. Ersetzt wird er durch Jurij Rodinov, der 19-jährige eröffnet auch mit dem ersten Einzelmatch gegen die chilenische Nummer 1 Nicolas Jarry.

Die Rollen sind in diesem Duell klar verteilt. Der ÖTV-Youngster zeigte zuletzt aber mit starken Leistungen auf und hat nichts zu verlieren. Um viel könnte es bereits beim zweiten Match des Tages zwischen Thiem-Freund Dennis Novak und Christian Garin gehen. Auch hier ist der Österreicher Außenseiter, zumal Novak zuletzt nicht überzeugen konnte.

Im Doppelbewerb am Samstag könnte bereits eine Entscheidung fallen, hier darf sich Österreich mit dem routinierten Duo Oliver Marach/Jürgen Melzer gegen die Chilenen Hans Podlipinik und Julio Peralta sicherlich Chancen ausrechnen. Anschließend würden die Duelle Novak-Jarry und Rodionov-Garin anstehen, falls es bis dahin keinen Sieger geben sollte. Als Ersatzmann ist Philipp Oswald mit von der Partie.

Deutschland klarer Favorit

Anders als die Österreicher geht Deutschland als klarer Favorit in die Qualifikation gegen Ungarn. Angeführt von der Nummer drei der Welt, Alexander Zverev, will sich das DTV-Team in Frankfurt für die Endrunde im November qualifizieren. Die Weichen soll zum Auftakt Routinier Philipp Kohlschreiber gegen Zsombor Piros stellen.

Im zweiten Einzel wäre alles andere als ein Zverev-Erfolg gegen Peter Nagy eine Riesenüberraschung. Bereits im Doppel am Samstag könnte Deutschland den Sack zumachen. Lokalmatador Tim Pütz und Jan-Lennard Struff gehen auch hier als Favoriten in die Partie. Für die womöglich entscheidenden abschließenden Einzelpartien wird Teamchef Michael Kohlmann wohl kurzfristig nominieren, Ersatzmann Peter Gojowczyk steht aufgrund einer Erkrankung wohl nicht zur Verfügung.

Junge Schweizer wollen überraschen

Für die Schweiz geht es im Kampf um die Finalrunde in Biel gegen Russland. Die Eidgenossen müssen dabei auf ihre routinierten Topstars Roger Federer und Stan Wawrinka verzichten und treten dementsprechend mit einer jungen Truppe an. Angeführt wird das Aufgebot von Henri Laaksonen. Mit Abstand jüngster Akteur ist der erst 15-jährige Jerome Kym. Für den Schweizer U18-Meister ist der Davis Cup absolutes Neuland.

Ergänzt wird die Mannschaft von Marc-Andrea Hüsler, Jakub Paul und Sandro Ehrat. Wer für die Einzel- und Doppelmatches nominiert ist, steht indes noch nicht fest. Klar ist aber, dass sich die Schweiz auf einen starken Gegner einstellen muss. Die Russen setzen mit den Top 20-Spielern Karen Khachanov und Daniil Medvedev, sowie Evgeny Donskoi und Andrey Rublev auf ihre stärkste Besetzung.

Davis Cup Wetten auf die Siegernation werden bisher noch von keinem Tennis Buchmacher angeboten, man kann aber bei so gut wie allen Wettanbietern auf die einzelnen Begegnungen Wetten platzieren. Mit einer Langzeitwette auf den Davis Cup 2019 muss man sich also noch etwas gedulden. Bis dahin versprechen aber auch die einzelnen Begegnungen schon jede Menge Spannung.