Routiniers vor Wimbledon erfolgreich 

Die beiden Vorbereitungsturniere für den Rasen-Klassiker in Wimbledon, der ab 1. Juli über die Bühne geht, standen ganz im Zeichen der Routiniers. In Halle konnte der 37-jährige Roger Federer seinen insgesamt zehnten Titel holen, womit er einmal mehr Tennis-Geschichte in Sachen ATP Rekorde schrieb. Halle ist damit auch das erste Turnier bei dem Federer zweistellig triumphiert. Auch im Londoner Queen’s Club triumphierte mit dem gleichaltrigen Feliciano Lopez ein „Oldie“. 

Nächster Federer-Rekord 

Für „King Roger“ bedeutete der Triumph in Westfalen eine weitere Bestmarke in seiner beispiellosen Karriere. Kein Turnier konnte der Schweizer öfter gewinnen als die Noventi Open. Mit ATP-Erfolg Nummer 102 kam er außerdem dem Allzeit-Rekord von Jimmy Connors (109) ein weiteres Stück näher. Im Finale hatte er gegen den Belgier David Goffin nur im ersten Satz zu kämpfen. Im Tiebreak entschied er diesen mit 7:6(7:2) für sich.

Danach hatte sein Kontrahent nichts mehr entgegenzusetzen und Federer machte im zweiten Satz mit 6:1 kurzen Prozess. Nach dem historischen Sieg zeigte sich der 20-fache Grand Slam-Gewinner emotional und sprach von einem „Riesenmoment“ in seiner Karriere. Mit dem Triumph in Halle untermauerte „FedEx“ auch eindrucksvoll, dass er in Wimbledon zu den Topfavoriten zählt. Das zeigen auch die aktuellen Wimbledon Wettquoten der Tennis Buchmacher, bei denen Federer wieder näher an Novak Djokovic herangerückt ist. Insgesamt war der 37-jährige bereits acht Mal im Tennis-Mekka erfolgreich. Zuletzt konnte der Eidgenosse 2017 das wahrscheinlich prestigeträchtigste der vier Grand Slam Turniere gewinnen. Im Vorjahr setzte es allerdings ein überraschendes Viertelfinal-Aus gegen Kevin Anderson.

Überraschung durch Lopez 

Während in Halle der klare Favorit triumphierte, gab es im Londoner Queen’s Club bei den Fever Tree Open einen Überraschungssieger. Feliciano Lopez, bislang in dieser Saison völlig außer Form und nur aufgrund einer Wildcard überhaupt im Starterfeld, krönte eine starke Turnierwoche mit einem 6:2, 6:7(4:7), 7:6(2)-Finalerfolg über Gilles Simon. Lopez, der bislang ein schwieriges Jahr hinter sich hat, zeigte sich nach dem Erfolg erleichtert und sprach sogar vom „besten Moment meiner gesamten Karriere.“

Für den emotionalen Höhepunkt sorgte ebenfalls der 37-jährige spanische Routinier, da er im Doppelbewerb gemeinsam mit dem Briten Andy Murray den Titel gewinnen konnte. Für den zweifachen Wimbledon-Sieger Murray der letzte Auftritt im Queen’s Club, wo er mit fünf Einzelerfolgen Rekordsieger ist. Murray wird ja seine Karriere nach Wimbledon 2019 beenden.