Federer über Zverev: zu viel Druck?

Alex Zverev gehört längst zur Weltklasse und ist aktuell die Nummer fünf der ATP-Rangliste. Bei großen Turnieren, besonders den Grand Slams, will es bislang aber noch nicht wirklich klappen. Superstar Roger Federer hat sich nach dem verkorksten Saisonstart des Deutschen bei der ATP Tour 2018 zu dessen Formkrise geäußert.

Ratschläge von der Nummer eins

Im Interview mit dem ‚tennis magazin‘ wurde „King Roger“ nach den Gründen für das derzeitige Tief seines um 16 Jahre jüngeren Konkurrenten befragt. Die aktuelle Nummer eins der Welt macht vor allem den hohen Erfolgsdruck, den sich Zverez selbst auferlege, dafür verantwortlich: „Ich habe das Gefühl, dass er sich zu hohe Ziele setzt. Er geht ins Turnier und denkt, er müsse einen Grand Slam gewinnen, nachdem er bei Turnieren wie Rom oder Montreal bereits siegreich war.“ Dies sei eine normale und logische Denkweise, könne aber unter Druck schnell zu einer Belastung werden. Auch Zverev selbst bestätigte nach seiner Drittrunden-Niederlage bei den Australian Open 2018, dass er ein mentales Problem habe.

In der bisherigen Saison lief es für den 20-jährigen nach seinem Höhenflug 2017 noch nicht nach Wunsch. Von zwölf Spielen verlor er vier, zuletzt bereits in Runde eins der BNP Paribas Open in Indian Wells gegen den wesentlichen schlechter positionierten Joao Sousa. Federer fühlt sich an seine eigene Laufbahn erinnert: „Das gleiche Problem hatte ich am Anfang meiner Karriere. In Wimbledon und Paris schied ich sang- und klanglos in Runde eins aus. Das ging so lange, bis ich bemerkt habe, dass ich mich Satz für Satz, Spiel für Spiel und Punkt für Punkt konzentrieren muss.“

Tatsächlich war auch „FedEx“ in jungen Jahren nicht als nervenstarker Spieler bekannt, ehe ihm seine Siegermentalität zu einer beispiellosen Karriere verhalf. Trotz aktueller Formkrise traut man aber Sascha Zverev durchaus zu beim zweiten Major des Jahres in Paris vorne mitzumischen. Bei den aktuellen French Open Quoten sehen die Buchmacher den Deutschen nach wie vor im erweiterten Favoritenkreis.

Federer glaubt an Zverev

Großes vor sich hat laut dem 36-jährigen auch Zverev. „Sascha wird herausfinden, wie er damit umgehen muss. Er ist ein zu guter und intelligenter Spieler, als dass er diesen Schluss nicht ziehen könnte. Er muss mental einen anderen Ansatz finden und sich selbst hinterfragen“, so Federer, der nicht glaubt, dass „dies ein längerfristiges Problem sein wird“.

Bei den Miami Open 2018 trifft Sascha Zverev auf den Sieger aus der Begegnung Tsitsipas vs. Medvedev. Aktuell sehen ihn die Tennis Buchmacher bei den Miami Open Quoten in der Außenseiterrolle. Ob Federers Tipps dem Deutschen helfen werden, die Buchmacher Lügen zu strafen, wird sich zeigen.