Kenin-Sensation in Melbourne

Die Überraschung ist perfekt: Sofia Kenin heißt die Siegerin der Australian Open 2020. Die 21-jährige US-Amerikanerin setzte sich im Finale gegen die favorisierte Spanierin Garbine Muguruza in drei Sätzen durch. Kenin durfte damit über ihren ersten Grand Slam-Erfolg jubeln.

Eindrucksvolles Finale

Melbourne Park bei den Australian Open
Tourism Victoria (CC BY 2.0)

Nach knapp zwei Stunden hieß es am Ende 4:6, 6:2, 6:2 aus Sicht der frischgebackenen Melbourne-Siegerin. Kenin, die zuvor noch nie weiter als ins Achtelfinale bei einem der vier Grand Slam Turniere gekommen war, behielt nach einem knapp verlorenen ersten Satz die Nerven und zeigte danach ihr bestes Tennis. Besonders eindrucksvoll war die Quote, mit der Kenin ihre Break-Chancen nutzte. Die bei den Australian Open Wettquoten favorisierte Muguruza fand bis zum Schluss kein Mittel mehr gegen die groß aufspielende Kenin.

Mit 21 Jahren und 80 Tagen krönte sich die gebürtige Russin zur jüngsten Gewinnerin bei den Australian Open seit Maria Sharapova, die 2008 noch ein Jahr jünger war. Nachdem Kenin im Semifinale Lokalmatadorin und Topfavoritin Asleigh Barty ausgeschalten hatte, folgte gegen die zweifache Grand Slam-Siegerin Muguruza die endgültige Krönung. Dementsprechend emotional reagierte die US-Amerikanerin, als sie die Trophäe aus den Händen ihrer Landsfrau Lindsay Davenport in Empfang nahm. „Mein Traum ist offiziell wahr geworden, ich kann das Gefühl nicht beschreiben“, jubelte die 21-jährige nach dem größten Erfolg ihrer noch jungen Karriere. In der Weltrangliste verbessert sich Kenin auf den siebten Platz und steht damit erstmals unter den Top Ten.

Barty bleibt Nummer eins im Singles Ranking

Von der Pleite sichtlich gezeichnet war Muguruza, die aber fair gratulierte. „Du hast ein fantastisches Match und Turnier gespielt und die Trophäe verdient“, so die Spanierin. Mit ihrem ersten Grand Slam-Finaleinzug seit ihrem Erfolg in Wimbledon 2017 meldete sie sich nach schwierigen Jahren zurück in der absoluten Weltspitze und klettert in der Weltrangliste auf den 16. Rang. In Führung bleibt nach ihrem Halbfinal-Aus Asleigh Barty, gefolgt von Simona Halep und Karolina Pliskova. Ein All-Time-High erreicht die Schweizerin Belinda Bencic mit Platz Fünf.