Kroatien holt Davis Cup-Titel

Die kroatische Davis Cup-Mannschaft hat sich zum „Tennis-Weltmeister“ gekrönt. Im Finale in Lille bezwangen die Mannen von Zeljko Krajan Titelverteidiger Frankreich mit 3:1. Für Kroatien ist es nach 2005 der zweite Titelgewinn beim prestigeträchigen Nationenbewerb. Jetzt gibt es für die Spieler erst einmal eine Pause bevor der ATP Spielplan 2019 mit den ersten Turnieren in Australien startet.

Vorentscheidung bereits zum Auftakt

Bereits am ersten Tag stellten die favorisierten Gäste die Weichen auf Sieg. Youngster Borna Coric eröffnete mit einem 6:2, 7:5, 6:4 gegen Jeremy Chardy. Topstar Marin Cilic legte gegen den ursprünglich als Ersatzmann geplanten Jo-Wilfried Tsonga ebenso klar in drei Sätzen nach. Die Franzosen standen damit bereits im Doppel unter Zugzwang. Die Masters-Finalisten Pierre-Hugues Herbert und Nicolas Mahut brachten die „Grande Nation“ zurück ins Spiel, das kroatische Duo Dodig/Pavic wurde in vier Sätzen bezwungen. Die Entscheidung gelang Ex-US Open-Sieger Cilic, der Lucas Pouille keine Chance ließ und 7:6(3), 6:3, 6:3 siegte.

Mit dem zweiten Davis Cup-Triumph gelang den Kroaten auch die Revanche für das verlorene Finale bei der Fußball-WM. Besonders im Einzel zeigten die „Vatreni“ beeindruckende Vorstellungen und gaben keinen einzigen Satz ab. Speerspitze Cilic, der auch als Mitfavorit bei den Australian Open Quoten gilt, reagierte dementsprechend emotional und sprach nach seinem ersten Davis Cup-Titel von einem der „größten Tage meines Lebens“. Ähnliche Worte fand auch Kapitän Krajan, der seit 2012 die Geschicke des Teams leitet. Mit dem zweiten Titel der Geschichte krönt der Ex-Profi nach der Finalpleite 2016 nun seine Laufbahn. Für die unterlegenen Franzosen geht eine Ära zu Ende. Kapitän Yannick Noah, der die „Equipe“ zu insgesamt drei Davis Cup-Siegen geführt hat, wird durch die ehemalige WTA-Nummer 1 Amelie Mauresmo abgelöst.

Davis Cup-Reform

Mit dem kroatischen Triumph endete auch die letzte Auflage im traditionellen Davis Cup-Format. Im Zuge einer umstrittenen Reform gibt es ab 2019 erstmals ein Finalturnier, das von 18. Von 24. November in Madrid über die Bühne geht. 18 Nationen, die zuvor in einem Qualifikationsturnier ermittelt werden, spielen in drei Sechsergruppen den neuen Davis Cup-Champion aus.

Bislang stößt das neue Davis Cup Format jedoch nicht auf sehr viel Gegenliebe (Tennis Wetten hat berichtet). Ob es nun Absagen der ATP Topstars für die Davis Cup Spiele regnen wird, zeigt sich Anfang Februar, wenn die erste Davis Cup Runde im neuen Format steigt. Als amtierender Champion können die Kroaten jedenfalls mit viel Selbstvertrauen in die 108. Davis Cup Saison starten. Davor geht es für Marin Cilic erst einmal bei den Australian Open 2019 um die Chance auf den ersten Grand Slam Titel. Der Kroate stand schließlich 2018 im Finale, konnte aber gegen Roger Federer nicht bestehen.