Thiem-Triumph in Indian Wells

Österreichs Tennis-Ass Dominic Thiem darf in Indian Wells über den größten Erfolg seiner Karriere jubeln. Der 26-jährige bezwingt im Finale Superstar Roger Federer 3:6, 6:3, 7:5 und sichert sich damit seinen ersten Masters1000-Titel. Mit dem Triumph in Kalifornien verbessert er sich in der Weltrangliste außerdem auf Platz vier.

Erster Masters-Titel für Thiem

Dabei startete das Match für Thiem nicht nach Wunsch. Federer dominierte den ersten Satz und ließ seinen elf Jahre jüngeren Kontrahenten nicht ins Spiel kommen. „Roger hat am Anfang unglaublich gespielt, daran musste ich mich erst gewöhnen“, so Thiem in der Nachbetrachtung. Im zweiten Durchgang kämpfte sich der „Dominator“ dann aber in die Partie und sicherte sich schlussendlich in drei Sätzen seinen größten Erfolg auf der Tour.

Die Krönung von zwei starken Turnierwochen in Indian Wells, die einen verkorksten Saisonauftakt bei den Australian Open vergessen machten. Nach dem Erfolg, mit dem er im Head-to-Head gegen Federer auf 3:2 stellte, rang der Lichtenwörther um Worte. „Ich kann es eigentlich gar nicht glauben“, war Thiem überwältigt.

Training mit Massu als Schlüssel zum Erfolg?

Nach dem enttäuschten Start ins Jahr meldete sich der Niederösterreicher beim ersten Turnier des „Sunshine-Doubles“ eindrucksvoll zurück. Geholfen hat dabei offenbar ein zweiwöchiges Trainingslager mit Nicolas Massu, das den 26-jährigen wieder auf Vordermann brachte. In Indian Wells folgte eine Weltklasseleistung auf die andere. Auch Coach Günther Bresnik war nach dem Triumph zufrieden.

Dominic Thiem Rückhand
Wikimedia, si.robi (CC BY-SA 2.0)

„Dominic hat sich das dermaßen verdient, er hat in den letzten 20 Jahren so viel investiert“, so Trainer, der für ServusTV als Co-Kommentator fungierte und den Erfolg seines Schützlings nicht vor Ort miterlebte. Thiems erster Masters Erfolg ist sicherlich die bisher größte Überraschung im laufenden Tennisjahr. Bei den Gesamtsiegquoten der Tennis Buchmacher stand Thiem vor dem Turnier noch bei einer Siegquote von 67,0. Man darf davon ausgehen, dass die Angelegenheit bei den Miami Open Wettquoten schon deutlich anders aussehen wird

Nächster Halt Miami

Als gewohnt fairer Verlierer präsentierte sich Federer, der Thiem zu „zwei fantastischen Wochen“ gratulierte. Auf seinen 101. ATP-Titel muss „FedEx“ damit noch warten, die nächste Chance bietet sich aber bereit in Miami, wo das nächste Masters1000 im ATP Spielplan ansteht. Thiem macht Jagd auf das „Sunshine-Double“, das zuletzt Novak Djokovic im Jahr 2016 gelang. Auch in Hinblick auf die French Open ist Thiems Sieg in Indian Wells ein starkes Statement.

Bis dato war der Finaleinzug beim Roland Garros Grand Slam 2018 der größte Erfolg von Österreichs Tennis-Aushängeschild (Tennis Wetten hat berichtet). Vielleicht schafft der „Dominator“ ja dieses Jahr nach dem Masters Premierensieg auch noch gleich den ersten Grand Slam seiner Karriere.