Karriereende – Tommy Haas hört nach 22 Jahren auf

Heimlich, still und leise hat Tommy Haas seine Karriere beendet. In einem Interview mit der kalifornischen Zeitung ‚Desert Sun‘ verkündete der 39-jährige diesen Schritt und verzichtete auf eine Pressemitteilung und Social-Media-Beiträge.

Olympia-Silber als Karrierehighlight

Der gebürtige Hamburger verwies im Gespräch mit dem US-amerikanischen Blatt auf die zunehmenden körperlichen Beschwerden, die eine Fortsetzung der Karriere unmöglich machten. Haas wurde in der Vergangenheit immer wieder von langwierigen Verletzungen geplagt. Sein letztes Match bestritt er Anfang August 2017 in Kitzbühel, als er gegen Landsmann Jan-Lennard Struff unterlag. Bereits damals sprach der Deutsche offen über ein Karriereende. Nun hängt er den Tennisschläger endgültig an den Nagel. Im Vorfeld der Australian Open spielte Haas mit dem Gedanken an ein Comeback, wie er es bereits 2017 nach einem Jahr ohne Matchpraxis gewagt hatte. 22 Jahre im Profibereich seien nun aber genug. Seinen letzten Sieg auf der ATP-Tour feierte er ausgerechnet gegen seinen guten Freund Roger Federer in Stuttgart im vergangenen Juni.

Haas gehörte in den letzten Jahren zu den Aushängeschildern des deutschen Tennis. Sein größter Erfolg gelang ihm bei den Olympischen Spielen 2000, als er im Einzelbewerb die Silbermedaille erringen konnte. Bei Grand Slam-Turnieren erreichte Haas, der auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, vier Mal das Halbfinale. 15 Mal triumphierte der 39-jährige auf der ATP-Tour. 2002 gelang ihm mit Platz zwei das höchste Ranking in der Weltrangliste.

Verletzungen stoppten Höhenflug

2003 begann für Haas dann eine lange Leidenszeit. Die gesamte Saison musste er wegen Schulterproblemen auslassen. Danach gelangen ihm immer wieder Highlights, an seine größten Erfolge konnte er aber nur selten anknüpfen. 2007 stand er zum dritten Mal im Halbfinale der Australian Open. 2009 gelang ihm selbiges Kunststück in Wimbledon.

Auch nach der aktiven Karriere wird Tommy Haas dem Tennissport erhalten bleiben. Bereits seit 2016 ist er Turnierdirektor der Indian Wells Masters in seiner Wahlheimat USA und ist gleichzeitig auch deren Turnier Botschafter. Vielleicht darf man den Hamburger in Zukunft ja bei dem einen oder anderen Legenden-Match noch einmal mit dem Racket in der Hand erleben.