Kyrgios der Mann der Stunde

Nick Kyrgios
Wikimedia, Carine06 (CC BY-SA 2.0)

Bei dem Namen Nick Kyrgios denken viele Fans vorrangig an Skandale und Ausraster. In seiner bisherigen Karriere ist der Australier eher mit Negativschlagzeilen als mit sportlichen Erfolgen aufgefallen. Seit einigen Wochen präsentiert sich das „Enfant terrible“ aber wie verwandelt. Ist er jetzt sogar der Topfavorit bei den US Open?

Wimbledon als Initialzündung?

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Kyrgios gilt seit seinem Debüt auf der ATP Tour als absolutes Supertalent. Bislang gelang es ihm aber selten, diesen Vorschusslorbeeren auch gerecht zu werden. Immer wieder ließ der 27-jährige zwar seine Klasse aufblitzen. Im Vordergrund standen aber meist Skandale. Beleidigungen von Schiedsrichtern, Gegnern oder Zuschauern, Unsportlichkeiten – das waren die Dinge, für die Kyrgios bekannt war. Nun scheint Australiens aktuelle Nummer 1 aber geläutert zu sein. Für eine Show ist der Mann mit griechischen Wurzeln noch immer gut, mittlerweile ist diese aber gepaart mit sportlichem Erfolg. Bei den letzten fünf Turnierteilnahmen stand Kyrgios satte fünf Mal im Halbfinale.

Besonders sein Auftritt in Wimbledon war beeindruckend. Erstmals in seiner Laufbahn erreichte Kyrgios ein Grand Slam Finale. Dort musste er sich nur dem überragenden Novak Djokovic geschlagen geben (Tennis Wetten hat berichtet). Vergangene Woche legte der Aussie dann nach. Bei den Citi Open in Washington triumphierte Kyrgios sowohl im Doppel, als auch im Einzel – sein erster ATP Titel seit knapp drei Jahren.

Professionialität als Schlüssel

Für Kyrgios ist der Erfolg der Lohn eines radikalen Umdenkens. Früher sprach er offen darüber, wenig zu trainieren. Die ausbleibenden Ergebnisse störten ihn nach eigener Aussage nicht. Ende letzten Jahres fand aber offenbar eine Professionalisierung im Umfeld des 27-jährigen statt. Kyrgios hat seinen Zugang und sein Training stark verändert. Das Resultat: die bislang beste Saison seiner Karriere. Bei den US Open Wetten 2022 zählt der ehemalige Bad Boy jedenfalls zu den Topfavoriten und könnte diese Spielzeit krönen. Bescheidenheit ist allerdings nach wie vor nicht unbedingt seine Stärke. „Ich bin in diesem Jahr bisher der mit Abstand beste Spieler der Welt“, so Kyrgios in seiner gewohnten Manier.