Neunter Djokovic-Triumph in Melbourne

Er bleibt der unumstrittene König von Melbourne. Novak Djokovic gewinnt auch sein neuntes Endspiel bei den Australian Open und schreibt damit einmal mehr Tennisgeschichte. In einem überraschend einseitigen Finale ließ der 33-jährige Serbe Daniil Medvedev nicht den Hauch einer Chance und setzte sich mit 7:5, 6:2, 6:2 durch. Auch im WTA Feld setzte sich mit Naomi Osaka die Buchmacher Favoritin bei den Australian Open Wettquoten durch. Die Japanerin bezwang im Endspiel am Samstag die US Amerikanerin Jennifer Brady glatt in zwei Sätzen mit 6:4 und 6:3.

Grand Slam-Rekord von „Fedal“ wackelt

Novak Djokovic
Tatiana (CC BY-SA 2.0)

Im Vorfeld sprach nicht viel für einen weiteren Titel des „Djokers“, der das gesamte Turnier über an einer Bauchmuskelverletzung laborierte und bereits mehrmals kurz vor der Aufgabe stand. Medvedev hingegen präsentierte sich bärenstark. Nach dem klaren Halbfinalerfolg gegen Stefanos Tsitsipas galt der 25-jährige sogar als leichter Favorit. Im Finale bewies Djokovic aber einmal mehr, warum Melbourne sein Wohnzimmer ist. Die Nummer eins der Welt agierte mit phasenweise erdrückender Dominanz und ließ ihrem russischen Gegenüber keine Chance.

Neun Titel bei einem der vier Grand Slam Turniere – das gelang zuvor nur Rafael Nadal, der in Roland Garros unglaubliche dreizehnmal erfolgreich war und damit diesen Titel in der Liste der Tennis Rekorde innehat. Mit seinem insgesamt 18. Major-Titel wird es auch im Kampf um den inoffiziellen Titel des „G.O.A.T.“ wieder spannend. Roger Federer und Nadal halten jeweils bei 20 Triumphen und führen die Bestenliste (noch) an. Viele Experten gehen aber davon aus, dass am Karriereende Djokovic als Nummer eins in die Geschichtsbücher eingehen wird. Dementsprechend euphorisch zeigte sich der Belgrader auch nach dem Rekordtitel und sprach ein Liebesbekenntnis an die Rod Laver-Arena aus.

Erdrückende Dominanz

Daniil Medvedev
CORNUT [CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Für Medvedev hingegen war es im zweiten Grand Slam-Finale die zweite Niederlage und die ernüchternde Erkenntnis, dass auf Best-Of-Five die „Big Three“ nach wie vor kaum zu biegen sind. Die Bilanz der Dominatoren ist dementsprechend eindrucksvoll. Von den letzten 60 Major-Turnieren gewannen Djokovic, Nadal und Federer unglaubliche 51. Aus der sogenannten „NextGen“ mit Medvedev, Dominic Thiem, Alexander Zverev, Andrey Rublev und Stefanos Tsitsipas gelang es bislang lediglich dem Österreicher, einen Grand Slam-Erfolg einzufahren. Geht es nach den routinierten Superstars, soll dies auch noch eine Weile so bleiben.

Wie geht es weiter im ATP Spielplan 2021? Als nächstes größeres Turnier steht das ATP500 Indoor Event in Rotterdam auf dem Plan. Dort kann die junge der alten Garde wieder etwas Feuer machen im Duell um die Wachablöse. Das ABN AMRO World Tennis Turnier startet am 1. März.