Wimbledon ohne Andy Murray

Das britische Tennis-Aushängeschild Andy Murray wird sein Heimturnier in Wimbledon verpassen. Der 31-jährige war vor zwei Wochen aus einer fast einjährigen Verletzungpause auf die ATP Tour zurückgekehrt. Aufgrund des großen Trainingsrückstands kommt ein Antreten in London aber wohl zu früh. Auf Facebook gab Murray ein Statement ab, in welchem er seine Entscheidung begründete.

Belastung kommt zu früh

„Ich sage mit schwerem Herzen ab“, so der Schotte, der bislang dreimal auf dem Heiligen Rasen erfolgreich war, darunter auch 2012 bei den Olympischen Spielen. Trotz zuletzt guter Trainingsfortschritte fühlt sich Murray nicht fit genug, um auf seinen vierten Grand Slam-Titel loszugehen. Nach seiner Rückkehr auf die Tour im Londoner Queen’s Club, wo er nach einem starken Match in Runde eins an Nick Kyrgios scheiterte, galt ein Antreten Murrays als wahrscheinlich. Offenbar sieht sich der 31-jährige aber nicht in der Lage, über eine Grand Slam-Distanz zu gehen. Das ist nicht nur für die britischen Tennisfans bitter sondern auch für alle Wettfans die  bei ihren Tennis Wetten auf eine Turnierteilnahme von Andy Murray spekuliert hatten.

Mit der Absage geht für Murray eine lange Durstrecke weiter. Das letztjährige Viertelfinal-Aus in Wimbledon markiert den bislang letzten Major-Auftritt des zweifachen Olympiasiegers. Die immer wieder auftretenden Hüftprobleme zwangen Murray seitdem zur Pause, aufgrund mehrerer Komplikation musste ein Comeback immer wieder verschoben werden.

Nach dem Verpassen der gesamten Sandplatzsaison sind für Murray damit auch die Rasenturniere bereits vorzeitig zu Ende. Wie auf Facebook angekündigt will sich der 3-fache Major-Sieger nun auf die Hartplatzsaison vorbereiten und bei den US Open um den Titel mitspielen. In der Weltrangliste liegt der Mann aus Glasgow mittlerweile auf Rang 156.

Briten hoffen auf Edmund

Die britischen Hoffnungen ruhen nach dem Murray-Aus auf Kyle Edmund. Der 23-jährige schaffte heuer den großen Durchbruch, bei den Australian Open war erst im Halbfinale Schluss. Nach einer durchwachsenen Sandplatzsaison will die Nummer 17 der Welt in Wimbledon wieder an die Form von Saisonbeginn anknüpfen und in Abwesenheit Murrays die britischen Kohlen aus dem Feuer holen.

Bei den aktuellen Wimbledon Quoten sucht man nun aber vergeblich nach einem Lokalmatador unter den Top 10. Glasklarer Quotenfavorit ist natürlich „King“ Roger Federer. Der Turniersieg wird über den aktuellen zweiten der ATP Weltrangliste führen.