Riesenenttäuschung für Naomi Osaka. Die favorisierte Lokalmatadorin muss sich bei den Olympischen Spielen in Tokio bereits im Achtelfinale verabschieden. Nach einer schwachen Vorstellung der Japanerin hieß es am Ende 6:1, 6:4 für Marketa Vondrousova, womit die Tschechin in die Runde der letzten Acht einzieht und weiter von einer Medaille träumen darf.
Klare Niederlage gegen tschechische Außenseiterin

Gerade einmal 70 Minuten dauerte der letzte Olympia-Auftritt der großen Edelmetall-Hoffnung. In ihrem erst zweiten Match des Turniers kam die 23-jährige nie in Fahrt. Ein katastrophaler erster Satz war rasch mit 1:6 verschenkt. Danach kämpfte sich Osaka langsam in die Partie, konnte aber auch im zweiten Set keine entscheidenden Akzente setzen. Am Ende unterlag Osaka verdient mit 4:6. Eine herbe Enttäuschung. „Ich habe definitiv das Gefühl, dass es eine Menge Druck gab“, gab Osaka später knapp zu Protokoll: „Ich bin nach jeder Niederlage enttäuscht, aber ich habe das Gefühl, diese nervt mehr als die anderen.“
Bei den French Open hatte sich Osaka früh im Turnierverlauf freiwillig zurückgezogen (Tennis Wetten hat berichtet). Sie begründete dies mit dem Druck, der ihr vor allem durch die Öffentlichkeit und die verpflichtenden Medientermine auferlegt werde. Seit mehreren Jahren leide sie an depressiven Phasen, gab sie an. Seither macht sie sich stark dafür, die medialen Zwänge für Tennisprofis einzuschränken, zuletzt mit einem Essay im „Time Magazine“.
— NaomiOsaka大坂なおみ (@naomiosaka) May 26, 2021
Die mentale Gesundheit der Sportler ist Osakas großes Thema, nachdem sie zuvor schon den Kampf gegen Rassismus und gegen Polizeigewalt in den USA zu ihrer Sache gemacht hatte. Osaka ist eine Athletin, die weit über ihren Sport hinaus denkt und agiert. Auch das macht sie besonders in Asien und Amerika so populär.
Vondrousova auf Medaillenkurs?
Während Osaka bittere Tränen weinte, darf Vondrousova nach einer starken Vorstellung jubeln. Die aktuelle Nummer 42 der Welt, 2019 immerhin French Open-Finalistin, ist nur noch zwei Siege von einer Medaille entfernt. Nach dem olympischen Turnier geht es im WTA Spielplan auf die August Highlights zu. Wichtig sind dabei vor allem die 1000er Kategorie Turnieren in Montreal und Cincinnati. Beide Hartplatz Turniere sind wichtige Gradmesser für das letzte Major in New York und beeinflussen dementsprechend die US Open Quoten der Tennis Buchmacher.



Auch die Frage nach dem besten Spieler aller Zeiten wird nach dem Rekordtriumph Djokovics wieder einmal neu aufgerollt. „Nole“ selbst sieht das Thema gelassen. „Ob ich der beste Spieler aller Zeiten bin, überlasse ich anderen“, so der 34-Jährige. „Es ist sehr schwer, die verschiedenen Epochen des Tennis zu vergleichen. Aber ich fühle mich geehrt, dass ich Teil dieser Diskussion bin.“ Die Ära des Profitennis begann im Jahr 1968 mit der Zulassung professioneller Spieler zu den Grand-Slam-Turnieren. Zuvor war dies nur Amateurspielern gestattet.

Im völlig verrückten Damenbewerb zeichnet sich eine Sensation ab. Aus den Top 10 der WTA-Rangliste sind lediglich Sofia Kenin und Iga Swiatek noch mit dabei, ansonsten matchen sich in der Runde der letzten Acht lediglich Außenseiterinnen. Sollten die beiden Favoritinnen ihre Achtelfinalspiele verlieren, wäre mit Maria Sakkari die Nummer 17 der Welt als Ranglistenhöchstplatzierte im Viertelfinale. Die Schlagzeilen in Paris gehören aber nach wie vor Naomi Osaka. Nach ihrem PK-Streik und dem freiwilligen Ausscheiden bekommt die Japanerin Unterstützung von zahlreichen Kolleginnen aus unterschiedlichen Sportarten, während die Veranstalter für ihr Vorgehen weiter scharf kritisiert werden.

Im WTA Feld gestaltete sich das Finale deutlich einseitiger. Iga Swiatek demontierte Karolina Pliskova und verpasste der Tschechin eine glatte 0:6, 0:6-Pleite. Damit ist die neue Nummer zehn der Welt auch bei den French Open die große Favoritin, wo sie im Vorjahr als erste Polin überhaupt ein Major für sich entscheiden konnte. Insgesamt war es der dritte Titel auf der WTA Tour für das 19-jährige Supertalent, die im heurigen
Im Finale gegen Berrettini tat sich der in Monaco wohnhafte Deutsche aber schwerer und konnte nicht ganz an diese Leistungen anknüpfen. Nachdem der Italiener im ersten Satz das Tiebreak für sich entscheiden konnte, schlug Zverev aber zurück und bewies den längeren Atem. Am Ende hieß es 6:7(8:10), 6:4, 6:4 aus Sicht des Champions. Nach dem knappen Erfolg gestand „Sascha“, dass ihm sein Gegner das Leben sehr schwer machte. „Es war ein komplett anderes Spiel als gegen Rafa und Dominic. Matteo ist einer, der heute mit 235 km/h aufgeschlagen hat. Deswegen war der Rhythmus komplett anders. Er hat das Spiel dominiert und ich musste mehr reagieren. In dieser Hinsicht war es nicht einfach“, so Zverev.