Daniil Medvedev ist seiner Favoritenrolle beim ATP-Masters-1000 von Toronto gerecht geworden. Der topgesetzte Russe setzt sich am Sonntag im Finale des mit fast 3,5 Millionen Dollar dotierten Hartplatz-Events gegen den US-Amerikaner Reilly Opelka nach 85 Minuten mit 6:4, 6:3 durch.
Zuerst Cincinnati, dann US Open als Ziel

Medvedev triumphiert dort als erster Russe seit Marat Safin im Jahr 2000 und durfte sich auf Masters-1000-Ebene über den vierten Karrieretitel freuen. Insgesamt ist es für den Weltranglistenzweiten der 12. Titel auf der Tour – elf davon auf Hartplatz. Der 23-jährige Opelka, der im Ranking auf Position 32 zu finden ist, kassiert bei seiner Masters1000 Finalpremiere eine Niederlage.
Nach dem Titelgewinn lag Medvedevs Fokus aber bereits in Richtung US Open, bei denen der 25-Jährige in den Jahren zuvor zweimal knapp am Titel vorbeigeschrammt war: „Natürlich denke ich in irgendeiner Weise an die US Open. Trotzdem müssen wir die Ruhe bewahren, denn es ist noch ein bisschen hin. In dieser Zeit kann alles passieren. Ich habe immer gedacht, dass die beste Vorbereitung auf die US Open darin besteht, so viel wie möglich zu gewinnen.“
Topfavorit auch bei Western & Southern Open
Direkt nach dem Turnier von Toronto wird die Nummer zwei der Tenniswelt wohl auch in Cincinnati starten, ehe es im ATP Spielplan mit dem Major in Flushing Meadows weitergeht. „Je mehr Spiele ich gewinne, desto besser werde ich mich in Bezug auf die US Open fühlen“, ist Medvedev jedenfalls überzeugt. Das hat der Russe bereits in der Vergangenheit gezeigt. 2019 hatte Medvedev nach einer Finalniederlage in Toronto gegen Rafael Nadal in Cincinnati den Titel geholt, ehe auch das US-Open-Finale gegen Rafael Nadal verloren ging. Die Buchmacher zählen Medvedev jedenfalls jetzt schon zu den absoluten US Open Quoten Favoriten.
Federer vor Karrierende?

Bittere Nachrichten gibt es dagegen für alle Fans von Roger Federer. Der Routinier muss sich einer dritten Knie-Operation im heurigen Jahr unterziehen und verpasst damit höchstwahrscheinlich die restliche Saison. Nicht ausgeschlossen, dass der 40-jährige Superstar überhaupt nicht mehr auf die Tour zurückkehrt. Es wäre das Ende einer unglaublichen Karriere. Federer hat sich mit seinen 20 Grand Slam Titel und seiner jahrelangen Dominanz in die Tennis Geschichtsbücher eingetragen. „King“ Roger steht für jede Menge Tennis Rekorde und unglaubliche Duelle mit Dauerrivalen Nadal und Djokovic. Vor allem dem Rasenklassisker in Wimbledon hat Federer seinen Stempel aufgedrückt. Der Schweizer wird für viele Tennisfans für immer „Mr. Wimbledon“ bleiben.




Auch die Frage nach dem besten Spieler aller Zeiten wird nach dem Rekordtriumph Djokovics wieder einmal neu aufgerollt. „Nole“ selbst sieht das Thema gelassen. „Ob ich der beste Spieler aller Zeiten bin, überlasse ich anderen“, so der 34-Jährige. „Es ist sehr schwer, die verschiedenen Epochen des Tennis zu vergleichen. Aber ich fühle mich geehrt, dass ich Teil dieser Diskussion bin.“ Die Ära des Profitennis begann im Jahr 1968 mit der Zulassung professioneller Spieler zu den Grand-Slam-Turnieren. Zuvor war dies nur Amateurspielern gestattet.

Im völlig verrückten Damenbewerb zeichnet sich eine Sensation ab. Aus den Top 10 der WTA-Rangliste sind lediglich Sofia Kenin und Iga Swiatek noch mit dabei, ansonsten matchen sich in der Runde der letzten Acht lediglich Außenseiterinnen. Sollten die beiden Favoritinnen ihre Achtelfinalspiele verlieren, wäre mit Maria Sakkari die Nummer 17 der Welt als Ranglistenhöchstplatzierte im Viertelfinale. Die Schlagzeilen in Paris gehören aber nach wie vor Naomi Osaka. Nach ihrem PK-Streik und dem freiwilligen Ausscheiden bekommt die Japanerin Unterstützung von zahlreichen Kolleginnen aus unterschiedlichen Sportarten, während die Veranstalter für ihr Vorgehen weiter scharf kritisiert werden.

Im WTA Feld gestaltete sich das Finale deutlich einseitiger. Iga Swiatek demontierte Karolina Pliskova und verpasste der Tschechin eine glatte 0:6, 0:6-Pleite. Damit ist die neue Nummer zehn der Welt auch bei den French Open die große Favoritin, wo sie im Vorjahr als erste Polin überhaupt ein Major für sich entscheiden konnte. Insgesamt war es der dritte Titel auf der WTA Tour für das 19-jährige Supertalent, die im heurigen